Vier Feuerwehren übten Großbrand auf Schrottlagerplatz in Loosdorf
Rauch über dem Lagerplatz, Schläuche quer über das Betriebsgelände, Atemschutztrupps im Einsatz – und mitten in der Übung ein Notruf aus den eigenen Reihen: Am Montagabend, dem 28. September 2026, übten die Feuerwehren Loosdorf, Schollach, Albrechtsberg-Neubach und Inning gemeinsam den Ernstfall. Schauplatz war der Standort Loosdorf der Müller-Guttenbrunn Gruppe (MGG) in der Mozartstraße.
Um 18:30 Uhr wurden die Einsatzkräfte zu einem Brand auf dem Lagerplatz für Schrottfahrzeuge alarmiert. Übungsannahme war, dass mehrere Altfahrzeuge auf der Freifläche hinter dem Flugdach in Flammen stehen. Das Feuer drohte auf das Flugdach sowie in Richtung der angrenzenden Bahnanlage überzugreifen.
Als örtlich zuständige Feuerwehr übernahm die FF Loosdorf nach der Erkundung den Erstangriff. Ein Atemschutztrupp errichtete umgehend eine Riegelstellung zum Schutz des Flugdachs. Die FF Schollach führte den Schutz in nördlicher Richtung fort. Parallel dazu richtete die FF Albrechtsberg-Neubach eine weitere Riegelstellung in Richtung der Bahnanlage ein und baute im Mannschaftstransportfahrzeug die mobile Einsatzleitung auf. Dort liefen alle Meldungen zusammen, die Lage wurde dokumentiert und die einzelnen Einsatzabschnitte koordiniert.
Eine zentrale Aufgabe war die Sicherstellung der Löschwasserversorgung. Die FF Inning erschloss das Hydrantennetz und speiste die Angriffskräfte über eine Zubringleitung. Gleichzeitig verlegte die FF Loosdorf mit dem Schlauchanhänger eine rund 500 Meter lange Zubringleitung von der fixen Saugstelle beim Teich Eichmayr zum Übungsobjekt. Damit wurde neben dem Hydrantennetz auch eine unabhängige und langfristig verfügbare Wasserversorgung aus offenem Gewässer geübt.
Da bei Bränden von Altfahrzeugen mit giftigen Rauchgasen zu rechnen ist, erfolgte die Brandbekämpfung unter Atemschutz. Die FF Loosdorf richtete dafür einen Atemschutz-Sammelplatz ein. Dort wurden die eingesetzten Atemschutzgeräteträger registriert, ihre Einsatzzeiten überwacht und ein Sicherheitstrupp bereitgehalten. Insgesamt standen vier Atemschutztrupps im Einsatz.
Für die Mannschaft entwickelte sich die Lage im Verlauf der Übung anders als ursprünglich erwartet: Die Übungsleitung spielte drei zusätzliche Einsatzszenarien ein. Ein Atemschutztrupp meldete einen Notfall, im angrenzenden Feld wurde ein Entstehungsbrand angenommen und auf dem Betriebsgelände musste ein brennender Reifenhaufen bekämpft werden. Alle drei Zusatzlagen wurden rasch erkannt, die erforderlichen Kräfte gezielt eingesetzt und die Szenarien erfolgreich abgearbeitet. Abschließend brachte die FF Loosdorf Schaum auf die Schrottfahrzeuge auf.
„Ein brennender Schrottlagerplatz ist eine besonders anspruchsvolle Lage. Neben der hohen Rauchentwicklung und dem großen Wasserbedarf müssen wir gefährdete Bereiche rasch abschirmen und mehrere Aufgaben gleichzeitig bewältigen“, erklärt Einsatzleiter HBI Gregor Mittelstrasser. „Vier Feuerwehren haben heute gezeigt, dass sie wie eine Mannschaft zusammenarbeiten. Riegelstellungen, Wasserversorgung aus zwei Richtungen, Einsatzleitung und Atemschutzeinsatz haben sehr gut ineinandergegriffen – auch bei den unerwarteten Zusatzlagen.“
Nach Übungsende wurden die Abläufe gemeinsam mit den Kommandanten, Abschnittskommandanten und Übungsbeobachtern nachbesprochen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen unmittelbar in die Einsatzplanung für das Objekt ein.
Standortleiter Maximillian Müller-Guttenbrunn dankte den Einsatzkräften für die Durchführung der Übung: „Gerade in einem Entsorgungsbetrieb wie unserem ist das Brandrisiko durch die gelagerten Materialien deutlich erhöht. Umso wichtiger ist es, dass die Feuerwehren unser Gelände kennen und solche Lagen üben. Ich bedanke mich herzlich bei allen Einsatzkräften für diese Übung und die beeindruckende Leistung, die sie heute gezeigt haben.“
Insgesamt standen 60 Mitglieder mit 12 Fahrzeugen im Einsatz.
Ein herzlicher Dank gilt der Müller-Guttenbrunn Gruppe für die Bereitstellung des Übungsobjekts und die anschließende Jause. Ebenso bedanken wir uns bei den Kameradinnen und Kameraden der FF Schollach, der FF Albrechtsberg-Neubach und der FF Inning sowie bei allen Übungsbeobachtern für die engagierte Zusammenarbeit.



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